Ab Mitte 30 und in den 40ern beginnt im weiblichen Körper ein schleichender Prozess: die Perimenopause, also eigentlich startet es mit der Prämenopause. Während Östrogen und Progesteron ins Schwanken geraten, verliert dein Nervensystem seinen gewohnten Puffer. Diese Hormone sind einfach bei so vielen Vorgängen im Körper beteiligt, dass es einen Moment dauert bis sich dein Körper und dein Nervensystem darauf eingestellt haben.
Wenn deine Wahrnehmung und das Laborblatt zwei verschiedene Sprachen sprechen
Erkennst du dich wieder? Du spürst ganz deutlich: „In mir verändert sich etwas.“ Die Energie schwankt, der Schlaf wird unruhiger oder die Zündschnur ist gefühlt kürzer als sonst. Du lässt deine Werte beim Arzt überprüfen und hörst den Satz: „Alles im grünen Bereich, Ihre Hormone sind völlig unauffällig.“
Das ist einer der größten Fallstricke in dieser Phase.
Weder liegt der Hormontest falsch, noch macht der Arzt etwas verkehrt. Ein Blutwert ist eine wichtige Schulmedizin-Bestandsaufnahme und zeigt eine präzise Momentaufnahme.
Dein Körper reagiert allerdings oft schon viel früher und hochsensibel auf die ersten, feinen Schwankungen, lange bevor sie sich in starren Labor-Grenzwerten niederschlagen. Ein Wert kann statistisch im Normbereich liegen und für dein ganz persönliches Wohlbefinden trotzdem nicht mehr optimal sein.
Wenn das passiert, fangen wir an, uns selbst zu misstrauen und zu denken: „Ich bilde mir das wohl nur ein.“
Doch deine Wahrnehmung täuscht dich nicht. Es geht nicht darum, Befunde anzuzweifeln, sondern darum, zu verstehen: Deine Laborwerte können unauffällig sein und dein Körper darf sich trotzdem bereits nach neuer Balance und gezielter Unterstützung sehnen.
Reize treffen dich ungeschützter und ungefilterter. Stress fühlt sich intensiver an. Und das Werkzeug „Noch mehr anstrengen“ führt nur tiefer in die Erschöpfung. Deine erlernte Strategie greift jetzt nicht mehr, sondern "verschlimmbessert" die Situation womöglich.
Die gute Nachricht? Wenn du verstehst, was biologisch in dir vorgeht, kannst du aufhören zu kämpfen und lernen, deine Wellen zu reiten. Auch wenn sie unvorhergesehen kommen oder heftiger sind als vorher.